GEDICHTE von Uwe Kampmann

Donnern, strömen und zerspringen
kraftvoll aus der Feder gießen
Worte blumengleich entspringen
Worte zu Musik erklingen.
Kraftvoll in die Klippen jagen
Worte sind auch Unbehagen.

Abgegriffene Phrasen hängen an den Lippen.
Fragezeichen liegen auf den Händen.
Ratlos sind die Ohren geöffnet.
Müde nehmen die Augen das Gesagte zur Kenntnis.
Schön das es sich noch träumen läßt.

Neid sitzt im Gesicht,
hört verrunzelt die Lieder.
Gepeinigt nieder, kauert er in lautlosen Worten.
Da kommen zwei Hände
und glätten sein Gesicht.

In großer Liebe zueinander
in Duldsamkeit und Toleranz miteinander
die Zeit scheint kurz,
und trotzdem
wir hatten unser großes Glück

Nur er kennt seinen Namen.
Er lebt in der Straße,
seit Jahren.




Mit einem Tropfen begann es zu regnen.
Mit einem Tropfen hörte es auf,
dazwischen sah ich viele Regenschirme.



Die Klarinette

Zirpend, singend, klangvoll Stimmung
Instrumente erfüll´n den Raum
plötzlich nähern sich die Streicher
versteckt steh ich hinter dem Baum

Zögernd, leis und noch verhalten
rauher Zartheit voll beladen
wandert unter den Arkaden
klangvoll tritt sie nun hervor

Langsam sich zum Kreis hinsuchen
Stimme voller süßer Pein
reiht sich dann mit kecken Tönen
in den Kreis der andern ein.

Springt hinauf voll Heiterkeit
wird dann langsam sehr getragen
vor den andren sich verneigt
ihre Stimme voll Verzagen

Alles lauscht ihrem Klagen
keiner kann ihr helfen tragen
ruft hervor nach neuen Zeiten
da erklingt von allen Saiten
jubelnd bricht Musik hervor.



Kalte Nässe liegt über dem Schweigen
der Morgen ist bleich
stumpf ruht der Park
erfroren liegt ein Mann auf der Bank
der Hund hebt sein Bein und beißt in das Fleisch.



Der Flußwind

Im Januar zieht er das Tal hinunter zur Küste.
Die Hafenstadt liegt ihm offen.
Er treibt die salzige Luft zurück auf das Meer und zerstreut den Abfall auf dem Trottoir.
Die Fischer frösteln.
Der Wind belebt die Gespräche.
Kragen stellen sich ihm entgegen.
In den Bistros sagen die Menschen,
der Mistral sei in der Stadt.



Sterben

Niemand erwartet hier niemand
jeder wird kommen
der Tisch ist gedeckt
hier ist Raum
für alle die niemanden erwarten
jeder kommt
sei es aus Neugierde
sei es weil er es muß.




Form und Klarheit trägt der Pinsel
in der Spitze aufs Papier
Wiedergabe ferner Berge
Tiere, Bäume zeigt er dir.



In einem Zelt im Nationalpark
nachts kommen die Bären
sie werfen alles durcheinander.



Blasse Knospen festgeschlossen
voll gefüllt mit ihrem Saft
öffnen sich sanft, leis zur Blüte
Farben, Duft mit zarter Kraft.
Jede Knospe gleich geschwollen
quellen Tulpen aus der Vase
legen ihre Köpfe nieder
bäumen sich im Lauf des Tages
gegen das Verenden auf.
Farben ihre Schönheit zeugen
trotzdem müssen sie sich beugen
nieder sich zum Tod bewegen
wirft der Stil die Blätter fort
sah die Blüte oftmals sterben
ich beweg mich hin zu diesem Ort.



Denkmal

Augen
blicken klagend an
Stimmen
schweigen voller Trauer
ist das Denkmal eingraviert
das Gefühl von Dauer ?



Hart und scharf und ohne Seele
wirft er seinen Schatten nieder
in die Luft, aufs Meer, aufs Land
Kriege ringen alles nieder
was das Leben einst erfand.
Ständig strömen ewig Worte
wandeln gleichsam um die Welt
doch was hält die Taten nieder
das zu tun was uns gefällt.
Worte sind von nichts umfangen
nur von seligem Verstand
Taten ringen Kriege nieder
Regenbogen ist ein Land.



Schnee fällt auf uns.
Frost liegt auf unseren Gliedern.
Wir steigen empor,
streifen über Berge.
Wir sehen uns zu Hause wieder.



Namenlos ist unser Kommen
namenlos was zuerst war,
namenlos war alles um uns
Namen waren einst nicht da.



Türmen Steine sich zu Felsen,
Felsenberge zum Massiv,
wie den Weg zum Gipfel finden,
im Winter liegt der Schnee sehr tief.




Berge ragen in den Himmel
wo der Schnee den Stein bedeckt,
stille Ferne im Gebirge
eiskalt sich der Pfad raufstreckt.
Kiefern noch die Wege säumen,
kalt und nackt ist das Gestein,
Wolken treiben in die Berge,
hier fühlt Mensch sich noch allein.



Gefühle hängen an den Zweigen.
Trauer bewegt sich im Wind.
Blätter fallen in das Wasser,
Gelassenheit trägt sie dahin.



Windzerrissen und gebeugt
fliegen Wolken in den Bäumen
Wasser sammeln, stürzen sich
tief hinab und schäumen,
strudeln, gleiten und zerrinnen
um von Neuem zu beginnen.



Tränen fließen mehr und mehr
leeren sich aus ganzem Herzen
wenn man weiß es ist zu spät.



Kontinente erahnen
das Boot besteigen
hinaus auf das Meer
Wind und Nebel nicht fürchten.
Der Tod lauert auch am Kamin

25.3.07 13:49

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