Wie ich meine Doktorarbeit klaute - Blogeintrag German next Bundeskabinett / Minister für Copy & Pas

kampmann schreibt: April 27, 2011 um 12:39 am Exelenzen, Frau Bundeskanzlerin, mein Lebenslauf ist etwas durcheinander geraten. Ich suche ein gesichertes Einkommen und einen strukturierten Tagesablauf und möchte mich als Minister für Copy und Paste bewerben. Meine Befähigung für das Amt steht für mich außer Zweifel, gerne möchte ich auch Sie überzeugen, mit mir gemeinsam und mit Ihnen die Zukunft unseres Landes zu gestalten. Ich spreche meine Überzeugungen offen aus. Der Massstab meines handelns ist Weiterbildung. Acht Jahre Schule hatten mir gelangt. Meine Lehre als Metzger brach ich nach zwei Jahren ab. Ich hatte es nicht mehr ertragen können, arme Schweine umzubringen. Zuerst überlegte ich, Nachfolger des Nebelmörders von Soho zu werden, immerhin wäre ich ohne großen Arbeitsaufwand damit berühmt geworden, nur hätte ich dann unerkannt im Untergrund leben müssen oder eingesperrt im Knast. Beides konnte mich nicht befriedigen. Ich wollte berühmt, anerkannt und reich werden und dann las ich von copy and paste. Erst dachte ich, das das eine englische Kopie eines italienischen Menüs sei, bis ich erkannte, was damit gemeint war. Ich setzte mich an meinen PC und warf das Netz nach Thailand aus. Bum Ki Mun, es dauerte nicht lange und ich hatte einen dicken Fisch an der Angel. Hatte ich die drei Worte Bum Ki Mun erfunden und gedacht, das könnte Thailändisch sein, so fragte mich Google ob ich Ban Ki-moon meinen würde. Ich schaltete sofort um und bummmm, da hatte ich ihn, in koreanischem Alphabet, mit chinesischen Schriftzeichen, in revidierter Romanisierung als Ban Gi-mun dazu auch noch als Pan Kimun. Klar, daraus konnte ich was machen. Eigentlich stand schon alles bei Wikipedia. Ich musste nur kleine Änderungen hinzufügen. Der erste Satz war: „Ban studierte an der Staatlichen Universität Seoul und erhielt 1970 den Bachelor-Grad in International Relations.“ Ich merkte sofort, das macht mir Freude. Ich begann an meiner Doktorarbeit zu schreiben und lies den ersten Satz wie folgt erscheinen: “ Der junge Ban bewies sich als fleißiger Schüler und fand Gefallen daran, die Staatliche Universität Seoul von innen zu besuchen wo er 1970 Jahre nach Christus das Diplom erhielt, mit dem er sich in militärische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen anderer Länder einmischen konnte, damit legte er den Grundstein um Präsident der Vereinten Nationen zu werden.“ Schon meine ersten Sätze gefielen mir. Das war ein vorzeigbarer Ansatz, nicht einfach Multiple-Choice oder Richtig-Falsch Antworten, nein, das waren Sätze, geschliffen, gefeilt und gedrechselt. Mit Bescheidenheit konnte ich feststellen, ich beherrschte das wissenschaftliche Handwerk. Noch bin ich nicht beim letzten Satz meiner Doktorarbeit über Ban Ki Moon angelangt, aber wenn ich irgendwo auf einer Party herumstehen und so ganz nebenbei erwähne, das ich an meiner Doktorarbeit schreibe, so hört sich das doch schon gut an. Auf jede Fall bin ich damit, pragmatisch gesehen, schon quasi ein Dr. medium, so wie ein Filet medium im Restaurant, noch nicht ganz durch aber doch halb fertig. Die Verbindung zur Medizin ist auch schon in der Nähe, immerhin habe ich zwei Jahre als Metzger gelernt, das Grundlagenstudium habe ich damit hinter mir. Frau Baronin machen Sie bitte den Oberkörper frei, ich möchte mir einmal ihre Rippchen ansehen. Hört sich doch gut an – oder ? Hätte ich mein Leben auf der Uni verplempern sollen ? Quasinus, Impetus, Kosinus, mh…. Nussschokolade, ich werde darüber eine Physikarbeit schreiben, natürlich wissenschaftlich, wenn ich bei Google nachgeschaut habe was die Begriffe bedeuten. Inzwischen habe ich erfahren, das ich meine Arbeiten in Bayreuth Tonga Tonga einreichen kann. Na also, es geht doch. Für die Zukunft sehe ich nur ein Problem, der Platz auf meiner Visitenkarte wird knapp, eventuell muss ich auf das Format in der Größe eines Schuhkartons umsteigen. Lange wird es nicht mehr dauern und ich werde auf meiner Visitenkarte mehr Titel als Vornamen haben. Vielleicht mache ich es auch so wie mein Freund KT und schreibe nur UK.doctus philologus hominis litteratus Ich empfehle mich mit einem, küss die Hand Frau Bundeskanzlerin und einem Hallöchen an die Kabinetzrunde. Grüßchen aus Offenbach am Main, UK

30.4.11 23:56

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


peter (26.9.17 10:49)
hey Uwe !
Vor einer Weile hast Du uns verlassen.Unauffällig,wie es Deine Art war.
Der Krebs hat Dich getötet,-aber nicht umgebracht !
Die Ärzte gaben Dir "ein paar Monate".Du beschränktest ihre Kunst auf ein paar Schmerzmittel und Canabis.Marocco war Therapie für Dich und Deine empfindsame Seele.
Was ist nun? Ich verlor nur einen Bruder,-aber die Welt einen Guten Geist,den sie nicht hören wollte,weil er so "anders" war.
Schau sie Dir an diese Seehofer,Gauweiler,Trump, Erdogan,Kim Young Un,Kaczinski Orban .......
Ich beneide Dich ,-denn ich habe Angst vor denen !
So lebe denn weiter im Olymp des Internets wo ich Deinen Schatten immer noch sehen und hören kann,- wenn auch ohne den Duft der Blumen. Adieu !!

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